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Mittwoch, 11. Mai 2016

50 Songs, die „meinen“ Metal definieren

Michael Kohsiek stellte am 06. April eine Liste mit dem folgenden Inhalt online: 50 Songs, die „seinen“ Metal definieren.

Ich wollte mir diese Gedanken ebenfalls machen. Klingt einfach, ist es aber bei weitem nicht. Es kann kein richtig und kein falsch geben, das Ganze ist lediglich eine Momentaufnahme. Vor einigen Jahren wäre das Ergebnis ein gänzlich anderes gewesen. In einigen Jahren wird es das vermutlich wieder sein. Ich habe mir erlaubt, einerseits alles zu streichen, was nicht in meine Definition des Metals passt (besonders um Ayreon und Heart Of Cygnus tut es mir leid, zwei meiner Lieblinge, die aber meines Erachtens nach zu weit neben der Metal-Schublade operieren – von den ganzen Hard Rock-Klassikern ganz zu schweigen), andererseits muss ich einmal mehr die Regel bemühen, jede Band nur einmal zu nennen. Andernfalls wäre die Liste bereits mit einer Hand voll Bands gesprengt.

Da ich meine Listen am liebsten kommentiert habe, versuche ich, jeweils eine kleine Anmerkung loszulassen.

Sortiert ist rein Alphabetisch, diese Brillanten kann ich nicht mehr Qualitativ gewichten:

3 Inches Of Blood – Deadly Sinners

Dieser Song steht aus zwei Gründen hier: einmal stehe ich total auf hohe, schneidende Vocals. Die gibt’s hier im Überfluss, und zweitens, wenn mich ein Song packt und der Refrain geil ist, dann kann ich über einen etwas sterilen Sound hinwegsehen. Deadly Sinners ist ein knackiger Hit.

Angel Witch – Angel Witch

Das vermeintliche One Hit Wonder der N.W.O.B.H.M. – was natürlich nicht stimmt. Das Debutalbum ist ein stimmiger Klassiker ohne Ausfall, die Bandhymne überstahlt die anderen Kompositionen eben mit ihrer unglaublichen Eingängigkeit. In meiner kleinen Welt sind Angel Witch nach Demon und Maiden die drittbeste N.W.O.B.H.M.-Band (nein, Priest sind nicht N.W.O.B.H.M.).

Atlantean Kodex – Heresiarch

Eine monumentale Erhabenheit, die ich so seit der dritten Doomsword-CD von 2002 nicht mehr gehört habe. Der Kodex schafft es, die Aura der Hammerheart-Scheibe mit dem schieren Stahl der frühen Manowar zu verbinden. Ein perfektes Album mit unzähligen Höhepunkten, derzeit ist Heresiarch mein klarer Favorit.

Avantasia – Reach Out For The Light

Ein Überbleibsel alter Tage, als europäischer Melodic-Metal für mich noch die Königsdisziplin war. Auffallend, dass gerade ein Jungspund mit Hilfe eines reaktivierten alten Helden ein Highlight erschafft, das für mich beständiger ist, als die eigentlichen Klassiker dieses Genres.

Beyond Twilight – Shadowland

Eine sehr starke, eigenständige Mischung. Einerseits klar, dezent poliert produziert, anderseits getragen von düsterer Stimmung. Dazu die beste Gesangsleistung von Jorn Lande. Besser klang der Mann nie. Von diabolischem Wolfsheulen bis hin zu liebreizenden Herzensmomenten alles in einer Komposition. Toll.

Blind Guardian - The Ninth Wave

Blind Guardian waren und sind in jeder Phase wichtig für mich. Auch in der jetzigen Form. Deswegen explizit ein Stück der umstrittenen Jetzt-Zeit und kein Song der alten Klassikeralben. Es gibt nur wenige Verzahnungen von Orchester und Metal, die so gut gelungen sind. Ich empfinde das als künstlerisch enorm hochwertig.

Cage - I Am The King

Das vierte Album ist bereits verschrien als plakativer Painkiller-Metal. Das trifft meines Erachtens erst auf die kommenden Scheiben zu. Die Hell Destroyer war für mich noch abwechslungsreich, die Songs sind eigenständig – und eingängig. Der Refrain von I Am The King frisst sich äußerst tief in die Hirnrinde.

Candlemass – Of Stars And Smoke

Eine Hammerband. Es musste entweder eine Perle des Nightfall-Albums sein, oder dieser Song – der beste aus der Lowe-Zeit. Da mir der Sound hier besser gefällt, ist es dieses Mal nicht Samarithan. Lowe, der vielleicht beste Doomsänger, Edling, der wohl beste Genrekomponist – was für eine Kombination.

Cirith Ungol – Fallen Idols

Cirith Ungol – vier Alben, vier Klassiker, mit Baker ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Eine unantastbare Größe. Warum ein Song vom Abschlusswerk? Das Album ist in seiner Gänze eingängiger (nicht besser), infolge dessen hat es sich mir eher erschlossen und mich nachhaltiger geprägt. Alleine schon das verzweifelte Lead im Intro, die melancholische Stimmung, dazu dieser Chorus. Eine Herzenssache.

Cloven Hoof - Astral Rider

Cloven Hoof sagten mir bis zum Erscheinen der Rerecordings 2008 gar nichts. Damals mochte ich sofort den starken Gesang von Russ North. Ich habe mich dann ein wenig durch die Vergangenheit dieser Band gehört – und habe A Sultan’s Ransom für mich entdeckt. Eine tolle Scheibe. Nicht so ungestüm wie die ersten beiden Alben, eine Spur vertrackter, aber vollgepackt mit tollem Songwriting und starkem Gesang. Der Refrain von Astral Rider krönt das Ganze noch.

Crimson Glory - Painted Skies

Zu Crimson Glory wurde ich sehr spät berufen. Durch einen grandiosen Auftritt mit Todd La Torre. Eine unglaubliche Magie wurde an diesem Abend versprüht. Seitdem kann ich die ersten beiden Alben nicht mehr aus meinem Leben wegdenken. So schnell so tief berührt hat mich Musik selten. Welcher Song? Eigentlich egal, es reihen sich auf den beiden Scheiben Volltreffer an Volltreffer.

Dark At Dawn - Within The Light

Eine der besten deutschen Bands mit einem hervorragenden und in keine Schublade passenden Sänger. Kohlrausch hat Stimmbänder wie Stahlseile. Schade, dass die Band nie richtig durchstarten konnte. Diese kombination aus tollen Vocallines, Maidenharmonien, dezenten Keys und dem testosteronstrotzenden Gesang ist geil.

Darkthrone – Canadian Metal

Der Gegenentwurf zu dem, was ich eigentlich schätze. Ich mag es gerne klar, differenziert, erstklassig gesungen. Dafür nehme ich dann auch ab und an eine gewisse Politur in Kauf. Das hier ist anders. Das ist dreckig, das poltert, das ist voller Rotz und üblen Gerüchen. Diesen Black’n’Roll, oder wie man das letztendlich nennen mag, höre ich zur Abwechslung sehr gerne. Ich möchte nicht auf Darkthrone in ihrer rotzigen Phase verzichten mögen.

Dawnbringer - Old Wizard

Nach Pharaoh meine zweitliebste Black-Baustelle. Bei Dawnbringer schwebt ein mystisches Flair mit, dass beispielsweise High Spirits komplett abgeht. Ich liebe das Nucleus-Album. So gut war Black solo weder zuvor noch danach. Old Wizard, diese intensive, schleppende Doomnummer, ist die Krone des Albums.

Demon – Blue Skies In Red Squares

Eine meiner liebsten NWOBHM-Bands. Demon waren wesentlich wandlungsfähiger als ihre Genossen, haben von Hard Rock über Prog bis Metal viele Einflüsse erstklassig verarbeitet. War das Label schuld daran, dass sie nie so groß wurden, wie es Priest und Maiden wurden? War es die Wandlungsfähigkeit? Sind sie zu wenig getourt? Demon müssten in einer gerechten Welt viel größer sein. BSIRS kann man nicht besser machen. Getragenes Intro, flottes Tempo in den Strophen, tolle Melodien. Herrlich.

Dickinson - Navigate The Seas Of The Sun

Bruce Bruce ist nur mein zweitliebster Maiden-Sänger (Asche auf mein Haupt), außerdem sehe ich seine Gesangsleistung eine Stufe unter der Krone der Schöpfung. Er singt sehr gut, keine Frage, das letzte Prozent, das ich Göttern wie Dio, Halford oder Adams attestiere, finde ich bei ihm aber nicht. Mit einer Ausnahme. Das bislang letzte Soloalbum – dort singt er göttlich. Zumal seine letzten drei Soloalben auch Qualitativ mit jedem seiner Maiden-Alben mithalten können. Mit jedem! NTSOTS sticht deswegen hervor, weil er hier ob der getragenen Struktur noch besser zur Geltung kommt.

Doomsword – Heathen Assault

Ein martialischer, barbarischer Brocken von einem Song. Sehr eigenwilliger, äußerst theatralischer Gesang, schleppendes Tempo, eine gnadenlose Walze. Ein Song, der für mich (ähnlich wie bei Atlantean Kodex) die bathorysche, naturverbundene Epik perfekt mit echtmetallischem Songwriting verbindet – und mir dadurch noch lieber ist als das Schaffen Bathorys.

Helloween – The Dark Ride

Ein Song, der hier steht, um zu zeigen, dass es mir manchmal gerade die Alben, die aus dem eigentlichen Bandkontext ein wenig ausbrechen, mehr angetan haben, als die jeweiligen Klassiker. Natürlich mag ich das Debut und die Keeper-Alben sehr gerne, natürlich war Kiske eine Liga über Deris – aber speziell das „andere“ Album, The Dark Ride, das einiges düsterer und moderner produziert war, ist mir das Liebste. Es gibt wie immer hervorragende, eingängige Songs, einen tollen Longtrack – und keinen Ausfall. Der Titeltrack steht hier deswegen, weil er meiner Meinung nach Qualitativ mit den Keeper-Longtracks mithalten kann – zusätzlich aber die eben erwähnten Besonderheiten mit sich bringt.

Iced Earth – Gettysburg

Der technisch alles überragende Owens und ein abendfüllendes Epos, das trotz der narrativen Elemente niemals die Grenzen des Metals verlässt. Großes Kino. Ich weiß, dass viele I.E.-Anhänger dem Frühwerk nachtrauern, für mich – der damals noch tief im Euro-Metal steckte – war der Brückenschlag zu aufwendiger Orchestrierung und die Steigerung der Eingängigkeit aber eine Offenbarung. Der einzige Barlow-Song, der mich ähnlich packt, ist Damien.

Iron Maiden - Phantom Of The Opera

Natürlich muss eine so szeneprägende Band wie Maiden hier vertreten sein. Und natürlich muss ich einmal mehr von mir geben, dass ich Fan der beiden Di’Anno-Alben bin. Vergleichbare Eier hatte kein anderer Maiden-Fronter. POTO ist die Blaupause aller kommenden, großen Maiden-Songs. Vertrackt, verspielt, unvorhersehbar.

Jag Panzer (Bob Parduba) - Chain Of Command

Da Harry auf dieser Liste noch zweimal gewürdigt wird, möchte ich unbedingt Parduba dabeihaben. Er sang klarer, heller, dafür weniger voluminös als der Tyrant – Jag Panzer hatten das Glück, zwei Hammersänger in ihren Reihen zu haben. Auch wenn man einen Teil der Songs in späteren Versionen mit Harry kennt, muss man das hier gehört haben.

Jack Starr’s Burning Starr - Once And Future King

Jack Starr hatte ein unglaublich gutes Händchen. Er hat aus dem Stehgreif einen richtig tollen Sänger für seine Burning Starr-Fortführung gefunden. Das Album lebt einerseits von den eingängigen Songs Starrs, andererseits aber vor allem von den tollen, gerne mehrstimmig arrangierten, klaren Gesängen Todd Michael Halls. Ich verzeihe da gerne den leblosen, nach Kunststoff riechenden Sound.

Jacob’s Dream – Kinescope

Das Debut der Band ist so ein Album, das man als Metalfan eigentlich mögen muss. Grandioses, dezent technisches Songwriting, super gespielt, zeitlos produziert, stark gesungen. Schade, dass nach einem nur noch guten Zweitling nichts zwingendes mehr gekommen ist – und vor allem der eigenständig klingende David Taylor von Bord ging. Ein Album, das auch nach 15 Jahren nichts von seiner Klasse verloren hat – und den Opener als Paradebeispiel für tolles Songwriting.

Judas Priest – Screaming For Vengeance

Die beste und einflussreichste Band der Welt muss natürlich ebenfalls genannt werden. Welchen Song aus dem unendlichen Fundus an Edelsteinen soll man da bitte auswählen? Noch dazu bei einer Band, die stilistisch so ziemlich jedes Register des Metals bedient hat? Auf jedem Album gibt es Songs, die es verdient hätten, hier zu stehen. Ich wähle ein Stück der Zeit, die wohl die einflussreichste auf die gesamte Szene war.

Leash Law – Dogface

Den Bandnamen hatte ich dunkel im Hinterkopf, da Gründungsmitglied Renstrom mal bei Rob Rock aktiv war. Die Reviews waren nicht berauschend, also hielt ich Abstand. Bis das Album für wenige Euros verramscht wurde. Ich habe mich geärgert, die Scheibe nicht viel früher gekauft zu haben. Neun knackige Songs, schillernder Gesang von Wade Black, starke Gitarrenarbeit – ein verkanntes US-Metal-Album, das viel zu wenig Gehör gefunden hat.

Manowar – Guyana

Selbstverständlich muss eine der größten Bands unseres Planeten auf dieser Liste berücksichtigt werden. Selbstverständlich mit einem Song, der die größte Stärken hervorhebt: die unnachahmliche Epik und Eric Adams. Kein Album auf dieser Welt ist mächtiger als die ersten vier Alben dieser Band – das ist die pure Definition von Epic Metal.

Manilla Road - Riddle Of Steel

Manilla Road – jahrelang das vermeintlich hässliche Entlein, heute eine respektierte und anerkannte Untergrund-Größe. Ich persönlich habe mich damals nicht mit den Vorurteilen der Band gegenüber beschäftigt, sondern mir schlicht und einfach den damals neuen Release, Gates Of Fire, aus Neugierde zugelegt. Ich habe mich recht schnell in den sehr eigenständigen Sound der Band verliebt, und da es der Erstkontakt war, ist mir dieses Album heute noch sehr wichtig. Deswegen auch hier der tolle Opener – und kein Song der frühen Klassiker.

Medieval Steel - Medieval Steel

Ja, genau, diese eine Nummer... J Klar, die übrigen Songs der EP sind gut. Auch das aktuelle Album ist toll geworden. Dennoch gibt es da diese eine Hymne, die das gesamte Bandschaffen überstrahlt. Ist einfach so, kann man nichts machen. Bei diesem Song passt einfach alles zusammen, der Spirit, der Sound, der große Refrain.

Nevermore – The Heart Collector

In meiner Welt die vielleicht beste Halbballade aller Zeiten. Emotional ohne Ende, null Kitsch, an den richtigen Stellen die nötige Härte – und Dane ist unglaublich intensiv. Ich gehöre ja zu der Minderheit, denen Nevermore mehr bedeutet als Santuary.

Nocturnal Rites - Against The World

Die Zeit des übermäßigen Melodic-Metal-Konsums ist bei mir vorbei. Dennoch gibt es ab und an Momente, da brauche ich das. Dann aber gerne die etwas gebremste und kantigere Version – wobei kantig in diesem Genre nicht zu wörtlich zu nehmen ist. Masterplan, Thunderstone – oder eben Nocturnal Rites. Against the World ist ein Hit.

Omen – Death Rider

Knackig, rotzig, und ein Sänger, der einerseits wahnsinnig rau klingt, dabei aber immer eine majestätische Erhabenheit ausstrahlt. Die ersten drei Omen-Alben sind einfach geil, um das mal so direkt zu sagen. Verspielte Leads, knackige Riffs, tolle Gesangsmelodien – man spürt jede Sekunde, dass die Jungs hoch motiviert waren, man spürt den Tatendrang und die Energie. Death Rider hat dazu noch einen Hammerrefrain.

Overlorde - Snow Giant

18 Jahre nach der Debut-EP hauen Overlorde das erste Album raus, kommt jetzt auch nicht so oft vor. Die Band beherrscht den epischen US Metal nahezu perfekt. Was sie aber auch können, sind kurze, knackige Brecher, wie den hier gewählten Titelsong. Das Album ist eine klare 10/10, Highlight ist der Wahnsinnsgesang von Lucas – für mich als Fan von hohen, schneidenden Vocals gehört der gute Mann zu den ganz Großen.

Pharaoh - By The Night Sky

Die US-Version eines großen Maiden-Epics. In Sachen Dramatik, emotionaler Tiefe, herausragender Spieltechnik und großen Melodien keinen Deut schwächer als die Höhepunkte des Jungfräulichen Schaffens. Alleine die Bridge ist geiler als die meisten Refrains anderer Bands – und wenn nach fast drei Minuten zum ersten Mal der Chorus erklingt, bekomme ich immer noch Gänsehaut.


Powerwolf - Wolves Against The World

Fetter, überproduzierter Sound? Ja, stimmt. Klischeereiterei und doofes Image? Stimmt auch. Ich verstehe ja die Argumente derjenigen, die mit den Wölfen nichts anfangen können. Wer aber die Liste bis hierher gelesen hat, der weiß, dass man mich mit einer starken Hookline einfangen kann. Und wenn die Wölfe eines können, ist es, Hits am Fließband zu schreiben. Ob das noch echter Metal ist, ob das ehrlich ist und Eier hat, das kann man ja gerne hinterfragen – dass die Jungs komponieren können, das lässt sich aber nicht bestreiten.

Primal Fear - Back From Hell

Damals wurden Primal Fear als Priest-Rip-Off belächelt. Für mich war das Album damals ein Pflichtlauf. Scheepers gehört zu den Besten seines Fachs, das Material war knackig, ich bin voll drauf abgegangen. Die Nuclear Fire läuft immer noch regelmäßig.

Queensryche - Queen Of The Reich

Aufgrund der hervorragender Qualität der Alben zwischen 1997 und 2003, also mitten in meiner metallischen Findungsphase, habe ich lang Abstand von dieser Band gehalten... Was natürlich totaler Quatsch war. Die EP und die Mindcrime sind klar 10/10, die ersten beiden Alben 9/10, und der Empire würde ich noch 8/10 geben. Von den progressiven, aber ohne Firlefanz auskommenden EP-Songs, gefällt mir vor allem Queen Of The Reich. Ein Song, der auf den Punkt bringt, was ich an dieser Band mag.

Rage - Firestorm

Rage in allen Phasen waren immer eine der wichtigsten einheimischen Bands für mich. Ich habe keine genaue Statistik, aber ich denke, ich habe keine andere Band öfter auf der Bühne gesehen als Rage. Am liebsten waren mir die Inkarnationen mit starken, individuellen Gitarristen – also die Alben mit Manni auf der einen und Smolski auf der anderen Seite. Hier ein Song der Manni-Phase, da mir unterm Strich Peavys damals abwechslungsreicherer Gesangsstil besser gefällt.

RAM - Suomussalmi (The Few Of Iron)

Das ist Priest-Worshipping der allerbesten Art und Weise. Dazu noch von einer absolut authentischen Band. Ich mochte diesen epischen, abwechslungsreichen Track schon beim ersten Durchlauf. Er überragt das Material der Alben eins bis drei deutlich. Erst mit dem letztjährigen Album haben mir RAM gezeigt, dass dieses Niveau kein einmaliger Ausrutscher nach ganz oben war. Eine tolle Hyme!

Riot - Flight Of The Warrior

15 Alben ohne wirklichen Ausfall, das ist stark. Dazu noch stilistisch so divergent, wie man das ganz selten findet. Natürlich müssen Riot auf diese Liste. Die Auswahl eines repräsentativen Songs ist entsprechend schwer. Alse suche ich gar nicht lange nach einer einigermaßen neutralen Begründung, sondern wähle den Song, der mich gerade heute wieder zum Mitsingen gebracht hat.

Rob Rock – Streets Of Madness

In meiner musikalischen Frühphase habe ich sehr viel Pell gehört. Sein zweites Album – mit Rock am Gesang – höre ich heute noch sehr gern. Ich mochte den voluminösen, ausladenden Gesang sofort. Entsprechend heiß war ich auf sein Solodebut. Ich halte das Rage of Creation-Album immer noch für absolut toll. Streets of Madness hat alles, was ein toller Metalsong braucht.

Running Wild - The Privateer

Ich liebe ja die Black Hand Inn. Klar ist das viel getriggertes Dauergeballer, aber die Songs sind zum letzten Mal durchweg stark. Rolf hat damals mit die geilste Rhythmusgitarre der ganzen Szene gespielt. Schade, dass dieser speedige, immer europäisch klingende, aber mit Eiern inszenierte Metal ein Stück weit ausgestorben ist.

Sacred Steel – Open Wide The Gate

Viele vergöttern den US-lastigen, direkten Metal der ersten beiden Alben. Ich stehe eher auf die hervorragende Melange von Oldschool-Einflüssen mit extremeren Tendenzen. Ich liebe die Momente, in denen Gerrit Growls auspackt oder die Band ein extremes Riffgewitter abruft, das über die eigentliche Schublade hinausgeht. In Folge dessen ist die Iron Blessings mein Liebling. Leider sind diese Einflüsse ja mit dem Abgang der Gitarrenfront verschwunden.

Satan’s Host – Before The Flame

Der beste Song dieser Band. Punkt. Majestätischer Gesang trifft auf verschachteltes Rhythmusspiel einschließlich gelegentlicher Geschwindigkeitsausbrüchen. Ich liebe es, wie Harry über den extremen Songparts thront, nie die Kontrolle verliert, und nach dem kurzzeitigen Ausbruch einen gottgleichen, epischen Refrain raushaut. Satan’s Host sind  spannend, äußerst individuell, und gottseidank auch noch auffallend Produktiv.

Savatage - The Wake Of Magellan

Wieder eine sehr wandlungsfähige Band, bei der ich alle Phasen zu schätzen weiß. Ich hätte mich für einen knackigen Metalsong der Frühphase entscheiden können, oder für eine der bereits orchestrierten, aber noch kernigen Perlen der Streets/Gutter-Zeit. Ganz bewusst möchte ich aber daran erinnern, dass auch die polierten, von Stevens gesungenen Nummern ihre Klasse haben. Der Refrain von TWOM packt mich auch heute noch.

Six Feet Under - Murdered In The Basement

Death Metal läuft bei mir selten, aber in der richtigen Stimmung ganz gerne. Manchmal die technische Ausprägung, manchmal die schleppende, am liebsten aber - wie hier - die dreckige, eingängige Version. Wieder eine der Bands, die aufgrund Ihrer Eingängigkeit belächelt wird. Ich werde nie verstehen, weshalb man die Grundsatzentscheidung „simpel“ oder „komplex“ treffen soll. Ich mag je nach Stimmung beides.

Soilwork - As We Speak

Ein Exempel für die Momente, in denen es moderner und steriler zugehen darf. Trotz eines glatten, eingängigen Refrains wird die Härte nicht zurückgeschraubt, die Gitarren sind komplex genug, um aus dem Song eine Metal-Nummer und kein NU-Geschrubbe zu machen. Handwerklich überragend gespielt und vor allem toll gesungen – Speed gehört unter den Schreihälsen zu den besten Sängern.

The Vision Bleak - Secrecies In Darkness

Ein Song, der gemessen an meinen Vorlieben, stilistisch ein wenig aus dem Rahmen fällt. Ich mag aber die Atmosphäre sowie die Paarung von treibenden Gitarren mit dunklem Gesang sehr gerne. Nichts für jeden Tag, aber wenn diese Liste einigermaßen repräsentativ für meinen Geschmack sein soll, dann gehören auch die „Randbereiche“ berücksichtigt.

Threshold – Choices

Ich würde Threshold nicht als Prog-Band bezeichnen. Es handelt sich fraglos um sehr versierte Musiker, das Material ist alles andere als simpel, aber bei Threshold steht der Song im Mittelpunkt. In der Phase mit Mac haben sie kein Album abgeliefert, das „nur“ gut wäre. Unter der Menge an tollen Kompositionen gehört Choices zu meinen liebsten.

Titan Force – Winner/Looser

Uns Harry, zum zweiten mal. Ich empfinde die Titan Force-Alben als zugänglicher und direkter als seine Jag Panzer-Alben. Ebenfalls finde ich, dass Harry bei T.F. mehr aus sich rausholt als bei J.P., sein Gesang gefällt mir hier noch besser. Ein ganz großer Sänger, tolle Songs, Metal mit Eiern und Herz, besser kann man das nicht machen.

Virgin Steele - Through Blood And Fire

Und zum Schluss der größte Abstieg der Metalgeschichte. Von Gottalben wie Noble Savage, The Marriage Of Heaven And Hell, Invictus hin zu The Black Light Dingsbums? Unfassbar. Aber genug der negativen Worte. In seinen guten Jahren war DeFeis ein hervorragender, eigenständiger Sänger mit unglaublichem Charisma – und ein klasse Komponist. Er schaffte es als einer der wenigen, eine erhabene epische Stimmung zu kreieren, die sich fernab von martialischen Klischees bewegt.

So, eine Mammutaufgabe, die mich über Wochen zum Grübeln brachte, ist erledigt. Lieber SMM, bitte künftig einfachere Hausaufgaben.

Freitag, 4. September 2015

Rob Rock - Rage Of Creation


Die Hitze verschwindet, die Nächte werden endlich länger, die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn nimmt zu, und das Bedürfnis, mich mitzuteilen, wächst.

Das Album, das ich heute hier vorstellen möchte, feierte am 26. Juli seinen fünfzehnten Geburtstag. Im Jahr 2000 erscheinen viele Scheiben, die für mich essentiell sind (Halford – Resurrection, Jacob’s Dream – same, Ayreon – Universal Migrator, Jag Panzer – Thane to the Throne, Helloween – The Dark Ride, Iron Maiden – Brave New World, Nevermore – D.H.I.A.D.W. und viele mehr). Weshalb mir dieses Album auch anderthalb Jahrzehnte später immer noch unglaublich gut gefällt und es sich mindestens so gut gehalten hat, wie die oben genannten? Ich denke, weil es die Welten Rock und Melodic Metal ein Stück weit verbindet, und es treffen US-Songwriting auf europäisches Melodieverständnis – ähnlich wie bei so manchem Riot-Song.

Aber genug geschwafelt, kommen wir zum wichtigen Teil:

The Sun Will Rise Again

Nach dem kurzen Intro direkt ein schnelles Gitarrenlead, flottes Tempo, kurze und schmerlose Strophe und ein Hammerrefrain. Das ist eingängig und melodisch, aber weder zu soft noch – trotz verspieltem Solo – kein neoklassischer Stratovarius-Metal. Hit. Textlich kommt bereits das stets hoffnungsvolle Gemüt des christlichen Double-Rs zum Vorschein, ohne belehrend zu sein oder in den White Metal abzudriften – was ihm seltsamerweise manchmal zum Vorwurf gemacht wird.

One Way Out

Rockiger als der Opener, dennoch flott und auf den Punkt. Erinnert mich ein wenig an seinen ganz kurzfristigen Brötchengeber Pell. Neben dem gelungenen, minimalen Refrain (der manchem sicher zu oft wiederholt wird, wenn auch nie in Maiden-Maßstäben) gefällt vor allem das tolle Solo, das einigen Raum in der kurzen Nummer bekommt. Roy Z. wird als Klampfer unterschätzt.

Judgement Day

Der längste Song des Albums. Stakkatoriffing trifft zu Beginn auf düsteren Gesang, um dann in einem großen Refrain aufzugehen. Später, nach drei Minuten, wird das Tempo angezogen, die Gitarren klassischer. Auf Halfords Crucible – die später erschien und ebenfalls von Roy Z. produziert wurde - gab es manche Stelle, da musste ich an den Song hier denken. Wir haben es hier dennoch nicht mit einem klinischen Pantera- oder Jugulator-Song zu tun, allein schon der Gesang, die Leads und der variable Verlauf der Nummer sorgen für einen oldschooligen Charakter.

Streets Of Madness

Mein Liebling der Scheibe. Man muss beim dramatischen Aufbau und der Gitarrenarbeit zwangsweise an Iced Earth denken, wenn auch nicht mit deren Härtegrad, wofür vor allem der immer melodische Gesang verantwortlich ist. Dieser Song ist einfach ein Hit, fertig aus.

Eagle

Die Harren Rock und Ramirez schaffen hier, was nur ganz wenigen gelingt: sie interpretieren eine Fremdkomposition dermaßen schlüssig und eigenständig, dass daraus ein vollwertiger, eigener Song wird. Ich kenne abgesehen von der priesterlichen Interpretation von Diamonds And Rust kein weiteres Beispiel, wo dies so konsequent umgesetzt wurde. Der schleppende Groove und der unglaublich epische Vortrag von Rock lassen diesen Abba-Song zu einer Perle werden, die an Sabbath mit Dio erinnert. Erhaben und verträumt.

All I Need

Nach drei metallischen Höhepunkten am Stück eine kurze, rockige Verschnaufpause. Das ist toller AOR mit dezent metallischer Kante, in den 80ern mit entsprechendem Airplay hätte ein solcher Song wohl etwas reißen können. Heute sorgt er für mich in erster Linie für Abwechslung und erweitert das Album um eine Facette, ohne jedoch unverzichtbar zu sein.

Media Machine

Im Gegensatz hierzu. Das eröffnende Riff schreit sehr nach Bark At The Moon, was mich aber nur so lange verstimmt hat, bis ich in den Credits gelesen habe, dass tatsächlich Jake E. Lee hier zu hören ist. Rob Rock zeigt hier, wie er einen Song interpretiert, der von Badlands oder Ozzy stammen könnte. Und da er sowohl Ozzy als auch Ray Gillen stimmlich überlegen ist (yeah!) klappt das super. Toller Song, platter Kritiktext hin oder her.

In The Night

Das Liebesballadenintro schreckt zuerst ab, nach dem Intro rettet sich die Nummer aber zu einem passablen Stampfer, der dem Interpreten inhaltlich sicherlich wichtig ist, über „ach ja, hm“ nicht hinauskommt. Im Schlusspart packt Rock kurz hohe Schreie aus, die richtig gut reinlaufen. Schade.

Never Too Late

Wieder an der Grenze von US-Rock zu melodischem Metal, wieder schlicht, aber effektiv. Neben dem Opener der Song, der auf der lyrischen Ebene die Lebenseinstellung Rocks am besten zur Geltung bringt. Entsprechend singt er mit Herzblut und Überzeugtheit – einer der Nummern, die durch die vokale Interpretation auf einen anderen Level gehoben wird – wenn man ähnlich gesangsfixiert wie ich ist und ähnliche stimmliche Vorlieben hat.

Forever

Wieder eine Liebesnummer – love of my life. Himmel, ja, textlich regiert hier der Kitsch, keine Frage. Musikalisch ist alles im grünen Bereich, auch wenn der Solopart dieses Mal wirklich sehr europäisch klingt. Trotzdem gilt, wie beim Vorgänger: der Gesang macht aus einer vermeintlich kitschigen Nullnummer einen gelungenen Song.

Abschließend, nach der ganzen subjektiven Schwärmerei trotz diverser objektiver Kritikpunkte, noch ein paar Worte zum oft gescholtenen Roy Z.: einige seiner Arbeiten als Produzent leiden unter dumpfem Gitarrensound (Accident Of Birth, The Chemical Wedding) oder, was ich schlimmer finde, blechernen Drumsampels (Made Of Metal, Holy Hell). Nicht so bei Rage Of Creation. Meiner Meinung nach ist der Sound absolut stimmig, differenziert und immer auf Rocks Stimme ausgerichtet. Toll. Über die starke gesangliche Leistung braucht man hoffentlich keine Worte zu verlieren, Rob gehört zweifelsohne zu den allergrößten seines Metiers.

Ein wenig bedauere ich, dass nach immerhin 4 Soloalben zwischen 2000 und 2007 bislang keine weiteren nachkamen – wobei man anmerken muss, dass die Scheiben 2 bis 4 zwar gut, aber nicht so herausragend wie die Rage Of Creation sind.

Auf die nächsten 15 Jahre!

Donnerstag, 26. Februar 2015

Mission 200x - Pt. 3

2006.1 – Communic – Fooled By The Serpent

Communic haben bei mir vor fast zehn Jahren – wie bei einem großen Teil der Szene – mit Ihrem Debut richtig eingeschlagen. Das zweite Album konnte dessen Niveau, abgesehen vom natürlich nicht mehr vorhandenen Überraschungseffekt, halten. „Fooled By The Serpent“ ist mein Höhepunkt des Albums. Technisches Thrashriffing, ausdrucksstarker Gesang (der weniger an Nevermore erinnert als noch auf dem Debut), und ein emotionaler Refrain sowie tiefgehenden Gitarrensoli. Ein Musterbeispiel für zeitgemäßen, harten Progmetal.

2006.2 – Falconer – Northwind

Ich kenne keine Band, die es wie Falconer schafft, schunkelige, folkige Melodien metallisch darzubieten, ohne den ausgelatschten Pagan-Kitsch-Pfad zu bestreiten. Dazu ist wahrscheinlich alleine schon der ausgebildete Gesang des Musicaldarstellers Blad zu erhaben. Northwind ist für mich absolute Gute-Laune-Musik, die dennoch nie zu fröhlich oder gar lustig wird.

2006.3 – Pharaoh – By The Night Sky

Was soll ich über dieses makellose Heiligtum noch Worte verlieren… Dieser Song ist nicht weniger als der perfekte US-Metal-Song. Klar in der NWOBHM verwurzelt (die ersten zwei Minuten hätten Maiden auch zu Ihrer Hochphase nicht besser komponieren können), roh und energisch, dabei aber musikalisch vielschichtig und verspielt, gekrönt von einem herausragenden Sänger und einem der besten Refrains der Menschheitsgeschichte. Ich schwärme, ich weiß.

2007.1 – Candlemass – Of Stars And Smoke

Ich war beinharter Fan der Marcolin-Ära (die Klasse von Chapter VI beispielsweise hat sich mir erst spät erschlossen), und war entsprechend frustriert, dass er sich nach dem wirklich guten Comeback wieder mit der Band überworfen hat. Dass sein Nachfolger Lowe ein richtig guter Sänger ist, war mir bekannt, dass er die Lücke aber nahtlos schließt und seinen Vorgänger fast vergessen machen kann, das habe ich mir nicht erträumen können. „King Of The Grey Island“ – das stärkste der drei hochklassigen Lowe-Alben – beinhaltet mit „Of Stars And Smoke“ nicht weniger als den einzigen Candlemass-Song, der den Überhits „Solitude“ und „Samarithan“ ebenbürtig ist.

2007.2 – Darkthrone – F.O.A.D.

Ich bin kein Black Metal Fan, aber alles, was Darkthrone seit ihrem stilistischen Bruch abgeliefert haben, rennt bei mir offene Türen ein. Dieser räudige Rotz, das pure Punkfeeling und die Underground-Einflüsse, die sie ihrem garstigen Black Metal beimengen, machen sie einzigartig. Dass man das als Schwarzalbenheimer nicht mehr abkann, ist verständlich. Dass Schöngeister daran zu Grunde gehen ebenso. Der Titeltrack „Fuck Of And Die“ ist nur exemplarisch für verdammt viele tolle Brecher auf der Scheibe.

2007.3 – Rush – Far Cry

Dass Rush kein schlechtes Album aufnehmen können, ist Gesetz. Dass sie es aber 2007 noch einmal geschafft haben, qualitativ mit ihren ganz großen Alben mitzuhalten, hat mich überrascht. Ich halte die „Snakes & Arrows“ für das beste Album seit der „Moving Pictures“. Das Album ist reif, erwachsen, von Lebenserfahrung geprägt, nachdenklich und tiefgründig. „Far Cry“, das heißt komplexes Rhythmusspiel, charakteristische Powerchords und typische Gesangslinien. Toll.

2008.1 – Ayreon – Beneath The Waves

Lucassen kann – seinen Aussagen in einigen Interviews zu Folge – sein 2007er-Album nicht mehr sonderlich gut leiden. Zu anstrengend empfand er wohl den Aufnahmeprozess, die Songs seien zu sehr überfrachtet mit Sängern. Mir geht es genau anders, ich liebe die zahlreichen stimmlichen Facetten auf dieser Doppel-CD. Die Songs sind wieder ausladender als auf dem kompakteren Vorgänger, die Stimmung erinnert mich an die Migrator-Alben, jedoch mit den warmen Melodiebögen der Electric Castle. Die ruhigeren Songs – wie eben „Beneath The Waves“ - lassen den tollen Sythies und grandiosen Gesängen ausreichend Platz. Es ist mir ein Rätsel, was Lucassen seinen Gästen in den Tee rührt, aber auffallend ist, dass jeder Sänger, der Teil eines Ayreon-Albums sein durfte, bei ihm immer noch ein bisschen besser klingt als in seinem gewohnten Umfeld. Absolut faszinierend.

2008.2 – The Devil’s Blood – Voodoo Dust

Der Duden definiert Hype als „besonders spektakuläre, mitreißende Werbung, die eine euphorische Begeisterung für ein Produkt bewirkt“. Das war bei „The Devil’s Blood“ zu EP- und Debutzeiten sicher der Fall. Ich gehöre aber zu denen, die der Meinung sind, dass das abgelieferte Songmaterial diese Euphorie absolut gerechtfertigt hat. Die zehnminütige Nummer „Voodoo Dust“ ist im Kern – losgelöst von spinnerten Ideologien, die mir sonst wo vorbeigehen – nichts anderes, als die Essenz des Hardrocks der späten Sechziger und frühen Siebziger. Alleine schon die zwei ausufernden Gitarrensoli in diesem Song setzen Maßstäbe, ein Blackmore hätte diese nicht besser hinbekommen.

2008.3 – Warrel Dane – Brother

Dane hat es auf seinem mit Hilfe von Produzent und Songwriter Peter Wichers entstandenen Soloalbum hörbar genossen, anstelle innerhalb von groß angelegten, bis ins letzte gefüllten Nevermore-Songs agieren zu müssen, simple, reduzierte Songstrukturen vorgesetzt zu bekommen. Das minimalistisch arrangierte „Brother“ nutzt er, um den vielleicht größten emotionalen Tiefgang seiner ganzen Laufbahn in seine Stimme zu legen. Großartig.

2009.1 – Heaven & Hell – Bible Black

Leider das letzte Studio-Album von Ronny James Dio. Es ist faszinierend, dass seine Stimme im Alter nicht an Kraft verloren, sondern gar an Farbe gewonnen hat. Iommi hat auf dem leider einzigen Spätwerk der „Heaven & Hell“-Besetzung gewohnt starke Riffs zu epischen Songs geformt, und eben durch den bereits gelobten Gesang empfinde ich das Album stärker als das viel gelobte Black Sabbath-Album des Jahres 2013.

2009.2 – Jack Starr’s Burning Starr – Once And Future King

Sängerfixiert, wie ich nun einmal oft bin, ist nicht Jack Starr mein Held auf diesem Album, sondern seine Entdeckung an der Mikrofonposition: Todd Michael Hall. „Once And Future King“ lebt von seinen wundervollen, technisch hervorragend gesungenen Choreinlagen, die aus dem guten, aber vielleicht ein wenig biederen US-Metal etwas Besonderes machen. Mancher empfindet vielleicht die Produktion als zu sauber und glatt, aber das mindert meine Euphorie für das Dargebotene in keiner Weise.

2009.3 – RAM – Suomussalmi (The Few Of Iron)

Wieder ein Song, den ich in der Tat als makellos bezeichnen muss. Epischer Aufbau, atmosphärische Instrumentalparts, ein Jahrhundertrefrain, dabei stellenweise schön priestlastig. Ich weiß nicht, wie viele Male ich diese vertonte Schlacht des Winterkrieges zwischen Finnland und den Sowjets schon gehört habe, aber der Song nutzt sich nicht ab, jedes Mal verspürt meine Faust den Drang, sich zu ballen und in die Luft zu fahren.

Mission 200x - Pt. 2


2003.1 - Cage – Blood Of The Innocent

Die Musikalische Wertigkeit der Cage-Alben nimmt einen Achterbahn-ähnlichen Verlauf. Das Debut lies mich aufhorchen, der Zweitling war toll, das dritte Album eine Granate, das vierte konnte das Niveau knapp halten, anschließend ging es in voller Fahrt Talwärts. Was für mich die dritte Scheibe am wertvollsten macht, ist das Zusammenkommen von direktem, priestlastigem Songwriting mit dem variabelsten Gesang, den ich bislang von Sean Peck gehört habe. Er liefert nicht nur gnadenlos geile Halford-Screams ab, sondern lotet auch die Grenzen seiner Stimme ins extreme aus – so manche Shouts wären fast Black Metal-tauglich. Blood Of The Innocent ist ein Paradebeispiel eines klassischen Metalsongs mit schönen, zweistimmigen Gitarrenläufen der birminghamer Schule und bärenstarkem Gesang.

2003.2 – Doomsword – Heathen Assault

Akustisches Intro, theatralischer, eigenwilliger Gesang, dann ein radikales Break, das in eine epische Doomwalze allererster Güte überleitet. Allein schon die ersten beiden Minuten ziehen in mich in den Bann, wie es nur ganz selten passiert. Dieses Album ist eines der besten epischen Metalalben aller Zeiten, hier wird sogar fast das Niveau der White Goddess erreicht. Ich liebe es, wenn Musik Bilder in meinem Kopf malt, und die nebeligen Schlachtengemälde, die Doomsword auf die Leinwand zaubern, sind atemberaubend.

2003.3 – Masterplan – Soulburn

Masterplan haben mit ihrem Debut gezeigt, dass melodischer Metal der europäischen Machart erwachsen sein kann. Die Gesangslinien, die Gitarrenharmonien, die Keyboarduntermalungen – all das, was viele Kompositionen dieses Genres oft kitschig oder klebrig werden lässt – klingt hier reifer und erdiger. Es war die richtige Entscheidung, die CD anstelle des erst angedachten Michael Kiske von Jorn Lande einsingen zu lassen. Dessen wesentlich rauere und kernigere Rockröhre trägt viel zu diesem Umstand bei.

2004.1 – 3 Inches Of Blood – Deadly Sinners

Vollgas geradeaus mit Anlauf direkt in die Fresse. Zweifellos der Hit des Albums. Uptempo, minimalistisches Riffing, kratziger Gesang in höchsten Tonlagen, starker Refrain, fertig. Das war damals unglaublich frisch und spielfreudig, der Song hat einfach nur in den Arsch getreten. Das ist Metal der alten Schule, mit einem Extrakännchen Härte uns Esprit.

2004.2 – Overlorde – Snow Giant

Ich weiß, dass der Song bereits Mitte der Achtziger entstand und auf einer selbstveröffentlichten Demo-EP lokal in Umlauf kam. Trotzdem hat es bis 2004 gedauert, bis die Band ihr erstes (und leider einziges) Album veröffentlicht hat. Neben großen Epen waren auch kurze, knackige Brecher vertreten – wie eben das herausragende „Snow Giant“. Der hervorragend singenden Bobby Lucas schafft es, aus einem ohnehin schon sehr guten Song einen noch besseren zu machen. Und dazu dieses Riff, das sich tief in den Schädel frisst und nicht mehr herauskommen will – ein Ohrwurm par excellence.

2004.3 – Sacred Steel – Open Wide The Gate

Offen gesagt finde ich die ersten drei Scheiben der Schwaben nur nett, aber nicht mehr. Interessant wurde die Band für mich erst, als sie auf dem vierten Album begann, Stilmittel des extremen Metal in ihren Sound mit einzubringen. Auf dem fünften Album, Iron Blessings, hat das in Perfektion funktioniert. Open Wide The Gate – gnadenloses, extremes Schlagzeug mit Blastbeateinschüben, Gitarren an der Grenze zum Death Metal, und Growls, die wunderbare Kontrastpunkte zum hellen, hohen Klargesang setzen. Dazu ein ausladender, eingängiger Refrain – und fertig ist der vielleicht beste Song, den diese Band je komponiert hat. Nach Abwanderung der Gitarrenfraktion, die wohl für die Genrefremden Einflüsse verantwortlich waren, konnte das Niveau der Iron Blessings leide nicht mehr erreicht werden.

2005.1 – Manilla Road – Riddle Of Steel

Ich liebe diese Band und dieses Album. Gates Of Fire war mein Erstkontakt. Der Opener, Riddle Of Steel, ist direkt ein Höhepunkt der gesamten CD. Flott, virtuos getrommelt, eine schroff gesungene Strophe und ein Refrain, wie ihn nur Manilla Road schreiben können. Diese Melodie und der nasale, mystische Gesang, das wirkt auf mich beinahe sakral. Manilla Road waren für mich nie sperrig, seltsamerweise. Die Songs haben sich mir immer erschlossen, ausufernde Solos (wie auch hier) oder vertrackte Rhythmen hin oder her. Der oft gescholtene Sound – von schlecht klingender Demo war die Rede – passt meiner Meinung nach wie Arsch auf Eimer. Roh, echt, schwitzig. Das Schlagzeug deutlich im Vordergrund, die Gitarren leicht schrammelig im Sound, dennoch verschwinden keine Details im Soundbrei, alles wirkt homogen. Ich will dieses Album mit keinem anderen Klang.

2005.2 – Sieges Even – Unbreakable

Ich kenne von Sieges Even nur die beiden Spätwerke mit Arno Menses. Die sind aber beide toll. Progressiver Metal mit Tiefgang und ständig präsenter Melancholie. Der filigrane, zerbrechliche Gesang von Menses und das sehr zarte Gitarrenspiel in der ersten Songhälfte machen Unbreakable zu einem Highlight. Selbst der technisch anspruchsvolle Mittelpart verkommt nicht zur instrumentalen Selbstdarstellung. Sieges Even erreichen auf dem gesamten Album ein Niveau, das sich meines Erachtens selbst mit den Glanzlichtern von Dream Theater messen lassen kann.

2005.3 – The Vision Bleak – The Curse Of Arabia

Eine Band, die stilistisch anders gelagert ist, als nahezu alles, was ich sonst an mich heran lasse. Die auf dem Debut noch stärker vorhandene Gothic-Schlagseite wurde auf dem zweiten Album weniger präsent, dafür wurde die Songs härter und die Gitarren in ihrem Sound fast schon Death-Metal-Kompatibel. Am Gesang werden sich die Geister scheiden, sehr theatralisch und leicht murmelnd arbeitet sich Allen B. Konstanz durch die Songs. Ich mag das zweite Album, Carpathia, sehr gerne. Die Story über den Erbfall in den Karpaten, die in einer Geschichte über Lovecrafts Kutulu-Kult aufgeht, ist liebevoll und packend inszeniert, und The Curse Of Arabia mit seinen – wer hätte es geahnt – orientalischen Einsprengseln, ist einer der Höhepunkte.

Dienstag, 24. Februar 2015

Mission 200x - Pt. 1

Nachdem es mir letztens großen Spaß bereitet hat, in der Musik der 90er zu schwelgen, möchte ich mir jetzt die Jahre 2000 bis 2009 vornehmen. Retrospektiv stelle ich fest, dass sich gerade in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende mein persönlicher Geschmack stark erweitert hat. Mein Metal wurde ein Stück weit roher (ja, Undergroundfetischisten werden jetzt schmunzeln) und verlor einiges an Zucker. Der typisch europäische  Melodicmetal, der lange Jahre im Fokus meiner Aufmerksamkeit stand, fand immer weniger statt. Aber dazu im Folgenden mehr – erneut mit dem Hinweis, dass es natürlich eine absolute Unmöglichkeit ist, ein ganzes Jahr mit nur drei Songs zu fassen:

2000.1 – Halford – Resurrection

Ich lehne mich gerne aus dem Fenster und erzähle oft, ob es mein gegenüber hören will oder nicht, dass Judas Priest die größte, mächtigste und beste Band aller Zeiten sind. Diese Einsicht musste ich mir aber erarbeiten. Lustiger weise habe ich diese Gottband erst in der Owensphase kennengelernt, nach einem starken Konzert und der überragenden „98‘ Live Meltdown“-CD. Mit den Halfordalben habe ich mich offen gesagt erst beschäftigt, nachdem dieser mit seinem großartigen Comeback meine Welt erschüttert hat. Technisch fast so gut wie Owens, stimmliches Charisma, wie man es kein zweites Mal findet, dazu griffige, toll produziert Songs mit der nötigen Härte und ein Klangbild, das absolut zeitgemäß war. Der Opener und Titeltrack, dem Schwestersong „Painkiller“ mindestens ebenbürtig, packt mich auch 15 Jahre später noch wie beim ersten Hören. Dieses gnadenlose Falsett, die harschen Riffs, schierer Wahnsinn.

2000.2 – Jacob’s Dream – Kinescope

Sie kamen, siegten – und verschwanden. Jacob’s Dream haben mit ihrem Debut fraglos einen absoluten Klassiker abgeliefert. Eigenständiger, an einen jungen Tate erinnernder Gesang (mit dieser schönen, dezent weinerlichen Farbe), trifft auf anspruchsvolles Songwriting, wie es typischer für leicht progressiven US-Metal nicht sein könnte. Ich kann auf dem ersten Album der Musiker aus Ohio keinen einzigen Schwachpunkt ausmachen, diese Scheibe ist fraglos eines der besten Debuts aller Zeiten. Das Zweitwerk konnte das Niveau leider nicht mehr auf volle Distanz halten, und als dann David Taylor mit seiner überragenden Stimme ausgestiegen ist, habe ich das Interesse an der Band verloren.

2000.3 – Rob Rock – Streets Of Madness

Ich bin das erste Mal über Rob Rock gestolpert, als ich mich Ende der 90er mit dem Schaffen von Axel Rudi Pell beschäftigt habe. Das von Rock eingesungene „Nasty Reputation“ gehört zu den stärkeren pellschen Veröffentlichungen, trotzdem hatte ich erst wenig Erwartungen an das Solo-Debut, das 2000 anstand. Als ich hörte, dass Roy Z für den Sound und das Songwriting (mit)verantwortlich ist, musste ich aufhorchen. Dieser hat es schließlich geschafft, Dickinson und Halford zwei großartige Comebacks zu ermöglichen. Auf dem Album sticht neben dem genialen Cover von Abbas „Eagle“ im schweren Black Sabbath-Groove das von mir auserwählte „Streets Of Madness“ heraus. Dramatische Strophen, dezent an Jon Schaffer erinnerndes Riffing und ein bombenstarker Refrain, ich liebe diese Nummer, das ganze Album, Rocks Stimme – das ist wirklich groß!

2001.1 – Beyond Twilight – Shadowland

Ein perfekter Song auf einem perfekten Album. Diese fünfeinhalb Minuten sind zu tiefst progressiv, ohne technisch zu sein. Sie sind melodiös, ohne kitschig zu sein. Sie sind eingängig, ohne simpel zu sein. Das Album wurde damals als Hybrid von Stratovarius, Candlemass und Dream Theater angepriesen. Was wie ein absoluter Widerspruch in sich klingt, trifft doch zu. Loben muss ich auch noch Jorn Lande, der diese Scheibe eingesungen hat, noch bevor er in der Szene überpräsent wurde. Am Beispiel des Tracks Shadowland sieht man, wozu die Stimmbänder dieses Mannes fähig sind. Von tiefstem Bellen über crispe, raue Zeilen hin zu wunderschönen, warmen und absolut klaren Melodiebögen setzt er Maßstäbe, die nur ganz wenige erreichen können.

2001.2 – Rawhead Rexx – Town Of Skulls

Die vier Schwaben waren Anfang des Millenniums für mich ein Gegenentwurf zum typisch deutschen Metalstoff. Das hier war straight, schnörkellos, direkt, gitarrenlastig – und wurde zu Recht mit US-Acts wie Vicious Rumors verglichen. Es gab damals Stimmen, die in der Band einen Hype sehen wollten, war doch der damalige Manager Horst Odermatt gleichzeitig Chefredakteur des „Heavy, oder was!?“ und Veranstalter das „Bang Your Head Festival“. Es gab vielleicht größere Interviews, als sie andere Newcomer erhalten hätten, es gab vielleicht bessere Plätze im Billing – aber meines Erachtens nach nur aus dem Grund, weil Horst total auf die Musik steil gegangen ist. Und das absolut zu Recht. „Town Of Skulls“, das heißt hohes Tempo, schnelle Riffs der Thorpe-Schule und ein simpler, sehr effektiver Chorus. Eine tolle Einstimmung auf eine tolle Scheibe.

2001.3 – Tenacious D – Wonderboy

Eine Band, die es schafft, derben, platten Humor mit hochklassigem Songwriting zu verbinden wie keine zweite. Dank Jack Blacks Popularität hatte die Band natürlich erhebliche Vorteile auf dem Markt, trotzdem überzeugt die Band mit ihrer Musik, nicht mit Vertriebskampagnen. Dieser mystische, gefühlvolle Einstieg in den Song, die tolle Steigerung nach der ersten Strophe, einfach wundervoll. Was es mir einfach angetan hat, das ist die variable, tolle Stimme von Black, samt ihrem sicherlich durch die Schauspielerei geprägtem narrativem Einschlag – man sollte ihn per Gesetzesbeschluss dazu zwingen, mindestens alle zwei Jahre eine Platte einzusingen.

2002.1 – Blind Guardian – Precious Jerusalem

Ich gehöre zur absoluten Minderheit derer, die sowohl das Frühwerk als auch die Alben nach dem Nightfall-Incident wertschätzen. „A Night At The Opera“ ist ein Album, das ich mir erarbeiten musste. Ich habe beim schürfen viele Juwelen gefunden – um im guardianischen Jargon zu bleiben. Precious Jerusalem ist eines davon. Der großartige Beginn mit schroffen Tribaldrums und orientalischem Flair, ergänzt von Kürsch-Chören, die alle stimmlichen Facetten zeigen, zu denen Hansi fähig ist, der dann in diesen unwiderstehlichen, verschachtelten Groove führt. Toll. Der Vorzeigemittelteil ab Minute vier. Toll. Für mich ist nicht verständlich, weshalb gerade dieses Album schlecht sein soll.

2002.2 – Majesty – Sword & Sorcery

Zwischenzeitlich von vielen belächelt, waren Majesty damals für mich der Inbegriff des nationalen Undergroundmetal. Ich erinnere mich noch genau an mein erstes Mal – mit Majesty. Es war Ende Juni 2002, ich war auf dem „Bang Your Head Festival“ zu Gast. Es gab starke Auftritte von Jag Panzer, Titan Force, Saxon, Candlemass und vielen anderen. Dazu über die Zeltplätze ziehende Händler mit selbst kopierten Fanzines. Das eine, das ich als Morgenlektüre erworben habe (den Titel weiß ich leider beim besten Willen nicht mehr), bestand gefühlt zu einem Drittel aus Majesty-Worshipping. Eine Band, die mir bis dahin überhaupt nichts sagte. Am zweiten Festivaltag lag die CD (die an diesem Wochenende erstveröffentlicht wurde) in der Auslage eines Verkaufsstandes. Allein schon aufgrund des Ken Kelly-Covers (eines seiner stimmungsvollsten) musste ich das Album ungehört erwerben. Am Sonntag, auf der Heimfahrt, landete das Album erstmalig im Spieler. Und ich habe mich ernsthaft verliebt. Die Musik war weder zeitgemäß fett produziert, noch technisch stark dargeboten oder hervorragend gesungen – aber voll mit Herzblut. Ein für mich unvergessliches Album. Danke, Tarek!

2002.3 – Soilwork – As We Speak

Die Zweitausender markieren nicht nur den Beginn meines Interesses für erdigere, untergrundigere Themen, sondern sie sind auch der Zeitraum, in dem ich meine persönlichen Geschmacksgrenzen ausgelotet habe. Ich habe die Grenzen dessen gefunden, was ich toll finde – seitdem haben sich diese auch nur minimal verschoben. „As We Speak“ ist einer dieser Titel, der für mich eine Grenzerfahrung darstellte, dahingehend, dass es das Maximum an „modernem“ Sound ist, das ich abfeiern kann. Kaltes, stark getriggertes Schlagzeug, viel seichte Elektronik, gebrüllte Vocals – all das brauche ich nicht. Wenn aber der Klargesang in der Bridge die Führung übernimmt und in einem Weltklasserefrain mündet, dann muss ich den Song einfach mögen.

Fortsetzung folgt…

Sonntag, 8. Februar 2015

Mission 199x


Eine Dekade in 30 Songs zu fassen, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. 30 Alben wären bereits deutlich zu wenig, um der Aufgabe auch nur ansatzweise gerecht zu werden. Da wir aber an unseren Aufgaben wachsen, hier im Folgenden nun 30 Songs, 3 pro Jahr, die mir seit Langem sehr wichtig sind – innerhalb des Jahrgangs alphabetisch sortiert, ich will diese 30 Titel nicht auch noch in ein Ranking bringen. In den Neunzigern fing ich an, Musik für mich zu entdecken, habe mich in den Klang von elektrischen Gitarren verliebt, habe angefangen, diverse Stilrichtungen zu entdecken, habe angefangen, meinen ganz persönlichen Geschmack zu entwickeln.

1990.1 – Böhse Onkelz – Nekrophil

Dass meine Liste ausgerechnet mit dieser Band beginnt, liegt schlicht und einfach daran, dass für mich die Neunziger ohne diese Band nicht denkbar gewesen wären. Von allen Alben der Band ist die „Es ist soweit...“ wohl diejenige, die dem Heavy Metal am nächsten kommt. Zum Song: das gelungene Introriff, der unendliche fiese, dreckige Gesang, dazu die morbide Thematik, all das hat auf mich in den Neunzigern äußerst faszinierend und fesselnd gewirkt. Ohne die Frankfurter wäre ich nie beim Heavy Metal gelandet.

1990.2 – Gamma Ray – Heading For Tomorrow

Egal, wie sehr sie sich auf den letzten Alben bei sich selbst bedienen, egal, dass seit Langem kreative Stagnation angesagt ist: in den vermeintlich metalschwachen 90ern (was für ein Blödsinn!) waren die Jungs eine der führenden deutschen Formationen – zu Recht. Hansen hat mit seinem ersten Album nach dem Helloween-Ausstieg an das Niveau der beiden Keeper-Scheiben mindestens anknüpfen können, und mit dem damaligen Sänger Ralf Scheepers zum zweiten mal nach Kiske einen gnadenlosen Volltreffer gelandet. Der Titelsong des ersten Albums ist nicht weniger als der perfekteste Melodic-Metal-Longtrack aller Zeiten, zu jeder Minute spannend und nie langweilig werdend. Besser kann man diese Art Musik nicht spielen.

1990.3 – Judas Priest – Painkiller

Keine Liste von mir ohne einen Titel der größten und mächtigsten Band aller Zeiten. Über den Song und das Album muss man – denke ich – keine Worte mehr verlieren. Painkiller war stilprägend, ein unerwartet harter Befreiungsschlag, und Halford liefert eine unmenschliche Gesangsleistung ab. Nebenbei natürlich das geilste Drumintro aller Zeiten.

1991.1 – Cirith Ungol – Fallen Idols

Vier perfekte Alben in 10 Jahren, dann Schluss, aus und vorbei. Eine der eigenständigsten Bands aller Zeiten, gesegnet mit einem Frontmann, der direkt aus der Hölle kommen musste. Ich verstehe bis heute nicht, weshalb das letzte Album aus dem Jahr 1991 häufig als den Vorgängern nicht ebenbürtig empfunden wird. Die Band hat es geschafft, in ihren ureigenen Sound noch eine ungeheuerliche Eingängigkeit mit einzubringen, und hat schlichtweg ein paar verdammt starke Hits geschrieben – wie das getragene Fallen Idols mit seinem großartigen Hauptriff und dem Megarefrain – grandioser Schwanengesang.

1991.2 – Iced Earth – Pure Evil

Jon Schaffer hat es auf den ersten drei Studoalben geschafft, gnadenloses Riffgeschiebe und extrem variables Songwriting zu verzahnen, wie es höchstens noch Metallica auf ihren ersten drei Scheiben konnten – wobei Iced Earth ein Quäntchen düsterer, böser und härter waren. Dass Schaffer anschließend immer mehr zu simplen, kommerzielleren Songs überging, störte mich nicht, ich mag ausnahmslos alle Bandphasen. Dennoch ist das Stormrider-Album ein Meilenstein der frühen Neunziger. Pure Evil ist mein persönlicher Höhepunkt auf dem Album, variables Drumming, die wohl besten Rhythmusgitarren, die Schaffer jemals aufgenommen hat und tolle Screams im Refrain.

1991.3 – Savatage – Tonight He Grins Again

Bei allem Respekt für die starken 80er-Alben der Band, aber im hier besprochenen Jahrzehnt hat die Band meine beiden liebsten Alben ihrer Laufbahn veröffentlicht. Streets von 1991 ist eines der absolut besten Konzeptalben, die ich kenne. Kernige Riffs, tolle Soloarbeit, und über allem die einzigartige Stimme von Jon Oliva. Welchen Song man sich auch aussucht, das Album besteht nur aus Höhepunkten. Tonight He Grins Again ist die perfekte Kombination aus Bombastrock und irrsinnigem Gesang, großartig. Das andere Lieblingsalbum ist übrigens The Wake Of Magellan, aber davon hat es nichts auf die Liste geschafft.

1992.1 – Killers – The Beast Arises

Paul Di'Anno war mir von den drei Maidensängern immer am liebsten. Sein 92er Soloalbum liegt mir besonders am Herz. The Beast Arises - ich liebe diesen druckvollen, schmutzigen Gesang (ja, ich bin sehr Sängerfixiert), musikalisch schnörkellos und – erstaunlicherweise – priestlastig.

1992.2 – Manowar - Burning

Zu Hälfte neu besetzt und am stilistischen Scheideweg, trotzdem liefern Manowar einen der größten Songs des Jahres ab. Wenn nach der doomig daher galoppierenden ersten Strophe der mächtige Refrain einsetzt, und wenn Adams diesen noch mit seinen unglaublichen Schreien krönt, kann ich nicht anders, als mitzugehen.

1992.3 – W.A.S.P. - Chainsaw Charly (Murders In The Rue Morgue)

Akustisches Intro, dann flott die Kettensäge angeworfen, und los geht’s. Es ist klasse, wie wenig kopflastig dieses Konzeptalbum an sich und dieser Longtrack im speziellen ist. Blacky schafft es immer wieder, schmissige, glamrockige Melodien in den Raum zu werfen, für die andere Songwriter töten würden. Andere Bands basteln drei oder vier Refrains aus dem, was hier abgeliefert wird.

1993.1 – Meat Loaf – Everything Louder Than Everything Else

Überfrachtet mit Bombast, mehr Musical als Rocksong, kitschig theatralischer Gesang, glatter Sound. Ich weiß selbst, dass das weder Metal noch kerniger Rock ist. Es kommt auch nicht jeden Tag vor, dass ich Meat Loaf auflege, aber hey, wir reden von den Neunzigern, man erlaube mir eine kitschige Stelle :-). Positive Rock'nRoll-Vibes, instrumental toll inszeniert, ich mag das wirklich.

1993.2 – Rage – Firestorm

Zurück nach Deutschland, zurück zum schnörkellosen Metal. Vollgas, mit geilem Riff direkt in die Fresse, eingängiger Refrain, gesanglich charmant, aber nicht überragend. Firestorm ist für mich exemplarisch für das, was Rage in den frühen Neunzigern ausgemacht hat. Manni Schmidt kann man nicht genug loben, es gibt wenige Gitarristen, die dermaßen fit sind, aber immer dem Song dienlich bleiben. Riffen und Solieren kann der wie kaum ein zweiter in Deutschland.

1993.3 – Rush – Stick It Out

Kein Jahrzehnt ohne Rush. Der Weg zurück zu dominanteren Gitarren gefiel mir sehr. Man höre sich nur das Riff von Stick It Out an. Knackig, nicht im Geringsten angestaubt. Das Drumming sehr akzentuiert, der Refrain sehr eigenwillig. Rush schaffen es wie kaum jemand sonst, technisch brillant (was für eine Bassarbeit!) und komplex zu sein, ohne den Hörer auch nur eine Sekunde zu überfordern oder mit Fragezeichen vor den Augen zurückzulassen.

1994.1 – Dr. Butcher – The Altar

Schon wieder Jon Oliva? Mir doch egal! So hart wie Dr. Butcher waren Savatage nie, allein der völlige kranke Schrei ab Sekunde 50 stellt mir alle Haare auf. Kein Gedöns, kein Bombast, keine Orchestrierungen, nur mächtige Gitarren, eine pumpende Rhythmusgruppe, ganz dezente Keyboardflächen im Hintergrund, und die beste Performance von Oliva aller Zeiten.

1994.2 – Running Wild – The Privateer

Running Wild haben bei mir nicht den Stellenwerk inne, den beispielsweise Rage oder Grave Digger inne haben. Vielleicht, weil ich zu spät auf die Band aufmerksam wurde, und die Formkurve da bereits merklich nach unten zeigte. Aber ein Album – Black Hand Inn von 1994 – kommt immer wieder in den Player. Die Single Privateer vereint wirklich alles, was das Album so groß macht. Dauersperrfeuer des getriggerten Schlagzeugs, die schnellen Gitarrenläufe von Rolf, dezent folkloristisch klingende Gitarrenmelodien, ein großer Refrain. Toll.

1994.3 – Tiamat – A Pocket Sized Sun

Ex-Death-Metaller wirft alle harschen Töne über Bord und nimmt mit A Pocket Sized Sun einen der schönsten und berührendsten Song aller Zeiten auf. Klar inspiriert von Pink Floyd und den getragenen Momenten von King Crimson, aber weit weg davon, ein Rip-Off zu sein. Das ist eine Komposition für eine laue Sommernacht, wenn man Nachts um zwei nicht schlafen kann und alleine spazieren geht.

1995.1 – Blind Guardian – Imaginations From The Other Side

Der Song, der in knapp über sieben Minuten all das vereint, das die Band so groß gemacht hat: harte, gerne mal speedige Rhythmusgitarren, sehr variable Schlagzeugarbeit, sehr eigenständige Melodieführung, und natürlich Orchestrierungen und große, opulente Chöre. Damals noch sehr ausgewogen eingesetzt, ohne die Metalbasis der Songs zu verdrängen. Das war später bekanntlich anders (ich steh' auch auf die neueren Alben). Für mich ist IFTOS fast so etwas wie eine letzte Zusammenfassung der eigenen Trademarks, bevor sich die Band auf zu neuen Ufern machte.

1995.2 – Dream Theater – A Change Of Seasons

Befreit von dem Zwang, in den Kontext eines Albums passen zu müssen, ist A Change Of Seasons für mich nicht weniger, als der beste Longtrack dieser begnadeten Band. Irrsinnige Instrumentalabfahrten, enorm anspruchsvolle Rhythmusarbeit, gnadenlos komplexe Gitarrenparts, und trotzdem tauchen in den 23 Minuten immer wieder warme Gitarrensolos, Gesangslinien oder akustische Parts auf. Mir ist bewusst, dass man den Song – um ihn auch nur ansatzweise zu erfassen – 10, 15 oder 20 mal hören muss. Aber selten hat sich das so gelohnt wie hier.

1995.3 – Rammstein – Wollt Ihr Das Bett In Flammen Sehen

Weg von der Musikkunst, hin zu steriler, martialischer Konstruktion. Wir waren halbstarke Vierzehnjährige, als dieser Sound aufgeschlagen hat. Und was war hart, unglaublich hart. Man muss die Band nicht mögen, niemand kann aber abstreiten, dass dieser Sound im Mainstream Mitte der Neunziger etwas ganz neues war und die Band unzählige Massen an Nachahmern inspiriert hat. Auch heute, wenn ich diesen ganz eigenen, klinischen Gitarrensound höre, nimmt es mich noch mit.

1996.1 – Böhse Onkelz – Auf Gute Freunde

Ja, wer mir bis hierher gefolgt ist, wird womöglich die Augen verdrehen. Aber keine Sorge, die beiden anderen Songs des Jahres 1996 sind mindestens genau so plakativ ;-). Aber zurück zu „Auf Gute Freunde“. Ein schmeichelnder Rocker, Straßenkötergesang, gute Gitarren, reflektierender Text ohne Pathoskeule, besser kann man – Achtung, ducken – Deutschrock nicht machen.

1996.2 – Grave Digger – In The Dark Of The Sun

Keine Ahnung, warum diese Band so oft belächelt wird. Weil die Jungs einfach strukturierte Songs komplexen Kompositionen vorziehen? Weil Boltendahl alles andere als ein stimmlicher Schöngeist ist? Aber auf Accept steil gehen, hm? Grave Digger haben dermaßen viele Metalhymnen geschrieben, wie kaum eine andere Band. In The Dark Of The Sun lebt von einem einfachen Riff und einem großen Refrain. Manchmal reicht genau das aus.

1996.3 – Manowar – The Power

Das war nicht mehr die selbe Band, musikalisch hatte man sich von der ausladenden Epik der Ross-The-Boss-Phase verabschiedet, Logan spielte wesentlich reduzierter, ein Schlagzeuger durfte das Studio auch nicht betreten. Trotzdem liefert der Song das, was er verspricht – Kraft vom Fass. Faust hoch, Anlage laut, und dem überragenden Gesang von Eric Adams lauschen.

1997.1 – Jag Panzer – Black

Dunkler Beginn, dramatische Steigerung, grandioses Mainriff, voluminöser Weltklassegesang, garniert von wirklichen tollen Gitarrensoli. Was soll man mehr über einen der besten Jag Panzer-Songs aller Zeiten sagen?

1997.2 – Judas Priest – Cathedral Spires

Auch Judas Priest müssen eine zweite Nennung bekommen. Schließlich hatten bei den Birminghamern in diesem Jahrzeht die beiden besten Metalsänger aller Zeiten das Mikro in der Hand. Und die neue Härte im Gitarrenbereich tat der Band gut. Wenn nach zwei klaren, melodischen Minuten die Stimme erhoben wird und sich die Nummer mit einem Monsterriff hin zu einem der besten und epischsten Refrains der gesamten Bandgeschichte steigert, dann geht mir das Herz auf. Gnadenlos gut.

1997.3 – Stratovarius – Visions (Southern Cross)

Keine 90er-Show ohne Stratovarius. In meiner kleinen Welt war das damals die absolute Speerspitze des europäischen Metal. Instrumental wesentlich versierter als ähnlich gelagerte Bands wie Helloween oder Gamma Ray – alleine schon die Keys von Jens Johansson waren der Konkurrenz weit voraus. In dieser ausladenden 10 Minuten Nummer geht die Band keineswegs zu gemächlich oder übertrieben orchestral zu Werke (wie sie es beispielsweise auf den zu süßlichen Elements-Alben getan hat). Die ersten vier Minuten regiert die Doublebass, bevor ein akustisches Intermezzo Ruhe bringt, in ein tolles Solo überleitet, das wiederum den Weg für das von dezenten Chören unterstütze Finale ebnet.

1998.1 – Arena – The Hanging Tree

Düster und zu tiefst melancholisch, dabei äußerst zart. So beginnt der unstrittig beste Titel des gesamten Arena-Schaffens. Bereits die zerbrechliche Gesangszeile „Moving deeper into the land“ wird man seines Zeit seines Lebens nie mehr aus dem Gehirn bekommen. Als dann die Fragilität harscheren Tönen weicht – ohne das dunkle Element zu verlieren – zeigen Gesang und Sologitarre, wie emotional Musik sein kann. Wundervoll.

1998.2 – Ayreon – The Two Gates

Schon wieder ein Auszug aus einem Konzeptalbum. Warme, analoge Synthesizer zu Beginn, eine fette, groovende Hammondorgel mit einem rockigen, stampfigen Riff, gnadenlos gute Sänger mit genug Spielraum in der Komposition, um die jeweiligen Stärken zu zeigen. Gekrönt wird diese Nummer von einem richtig großen Refrain. Nichts wirkt hier kopflastig oder konstruiert, alles organisch.

1998.3 – Threshold - Angel

Threshold, das heißt bislang 10 Studioalben ohne Ausfall, das kann kaum jemand sonst vorweisen. Das Album „Clone“ aus dem Jahr 1998 war das erste mit dem leider viel zu früh verstorbenen Andrew McDermott. Meiner Meinung nach der Sänger, der mit seiner vollen, rauen Stimme am besten zur Band passte. „Angel“ hat alles, vom tollen Orgelintro über harte Riffs, beeindruckende Schlagzeugarbeit, einen harten Mittelpart und einen einfach nur schönen Refrain.

1999.1 – Dark At Dawn – Within The Light

In einer gerechten Welt wären Dark At Dawn groß geworden. Schnelle, leicht an Maiden erinnernde Gitarrenläufe, einzigartiger Reibeisengesang und ein Gespür für tolle Vocallines. „Within The Light“ ist ein knackiger, authentischer Underground-Metal-Song. Ohne jeden Schnörkel. Wer sowas nicht mag, muss ein böser Mensch sein :-).

1999.2 – Mercyful Fate – Church Of Saint Anne

Einer meiner liebsten M.F.-Songs. Über ein schleppendes Riff packt der Diamantenkönig seine eigenwilligen Gesangslinien und Harmoniegesänge. Der Song ist verschachtelt, ohne sperrig zu sein (ja, zugegebenermaßen immer noch easy listening im Vergleich zum Frühwerk), und der Refrain ist toll.

1999.3 – Misfits – The Forbidden Zone

Vom einen Extrem (Dream Theater mit 23 Minuten) zum Anderen. Die Misfits brauchen nur zwei Minuten und vierundzwanzig Sekunden, um mich zum rasen zu bringen. Punkige Gitarren, flottes Tempo, starke Vocals mit leichtem Rock'a'Billy-Touch, und Melodien, die sofort ins Ohre gehen. Ich habe das Album damals, 1999, rauf- und runtergehört, und stehe heute noch voll drauf.


Soviel zur unlösbaren Aufgabe, eine Dekade in 30 Songs zu fassen. So unlösbar die Aufgabe auch ist, mein Sonntag war ein sehr Gelungener.